1950er Regeln 1980er ML 2010er Deep Learning Heute Generative KI & Agenten
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Kapitel 01 von 8

Entwicklung von KI –
woher, was, warum jetzt

Wir beginnen mit dem Fundament: Woher kommt KI, was gehört wirklich dazu – und warum passiert gerade jetzt so viel davon auf einmal?

70 Jahre in vier Schritten

1956 haben Forscher in Dartmouth, USA, zum ersten Mal das Wort „Artificial Intelligence" verwendet. Heute redest du täglich mit ihr. Was ist in diesen sieben Jahrzehnten passiert?

KI hat sich nicht linear entwickelt. Es gab Aufbrüche, lange Enttäuschungen – die sogenannten „KI-Winter" –, und schließlich Neuanfänge, die alles verändert haben. Vier Epochen, jede mit einem eigenen Paradigma.

1950er –
1980er
Regelbasierte Systeme

Menschen schreiben explizit auf, was die Maschine wissen soll. If-then-else in groß. Schachprogramme, medizinische Diagnosesysteme, Sprachübersetzer nach festen Grammatikregeln. Die Maschine folgt präzise – aber nur dort, wo Regeln existieren. Und die Welt hat zu viele Regeln, um sie alle aufzuschreiben.

Grenze: Skaliert nicht. Lernt nichts, was nicht vorprogrammiert ist.
1980er –
2010er
Machine Learning

Paradigmenwechsel: Die Maschine lernt aus Daten, statt Regeln zu befolgen. Tausende Beispiele rein – Muster kommen raus. Spam-Filter, Kreditbewertung, Bildsuche, Netflix-Empfehlungen. Plötzlich skaliert KI mit der Datenmenge. Sie verbessert sich, ohne dass jemand neue Regeln schreibt.

Grenze: Braucht sauber gelabelte Daten. Kann nur das, wofür es trainiert wurde.
2010er –
2022
Deep Learning

Mehrschichtige neuronale Netze ahmen grob die Struktur des Gehirns nach. Kein explizites Aufstellen von Merkmalen mehr – das Netz lernt sie selbst. KI erkennt Bilder besser als Menschen, übersetzt Sprache in Echtzeit, gewinnt gegen Go-Weltmeister. Sie verlässt das Labor und kommt in die Produkte.

Grenze: Black Box. Braucht enorme Datenmengen und Rechenleistung.
2022 –
heute
Generative KI & erste Agenten

KI generiert etwas Neues: Text, Bilder, Code, Musik, Videos. Und beginnt, eigenständig zu handeln – zu planen, zu recherchieren, Werkzeuge zu nutzen, Aufgaben über mehrere Schritte hinweg zu erledigen. Aus einem Werkzeug wird ein Gesprächspartner. Das ist der Grund, warum du diese Schulung machst.

● Wir sind hier

KI ist kein einzelnes Ding

„KI" ist ein Oberbegriff für sehr unterschiedliche Technologien. Wer nur von „der KI" redet, als wäre es eine einzige Sache, unterschätzt die Breite des Feldes.

Für die Arbeit bei Identitätsstiftung sind vor allem drei Bereiche direkt relevant: Natural Language Processing – das Feld hinter Claude und allen Sprachmodellen –, Generative KI – der Motor hinter Text-, Bild- und Videogenerierung –, und Agentensysteme – KI, die eigenständig plant, entscheidet und handelt. Letzteres ist das Feld, das unsere Strategie in den nächsten Jahren bestimmen wird.

Computer Vision (Bild- und Videoverarbeitung), Machine Learning in der Breite und Physical AI (Robotik) ergänzen das Bild – sie formen die Welt, für die wir strategisch arbeiten, auch wenn sie nicht direkt in unserem Büroalltag auftauchen.

Für Identitätsstiftung

Drei Felder, die für uns zählen

Natural Language Processing ist der Kern von allem, was wir mit Claude und Langdock machen. Generative KI erweitert unsere Kreationsarbeit – Texte, Bilder, Konzepte. Agentensysteme sind das nächste Kapitel: KI, die nicht nur antwortet, sondern eigenständig Aufgaben übernimmt. Das ist, was unsere KI-Strategie mit „KI-Agenten als Teammitglieder" meint.


Warum eskaliert es gerade jetzt?

KI gibt es seit 70 Jahren. Warum passiert so viel auf einmal – und warum gerade seit 2022? Die Antwort ist nicht eine einzelne Erfindung. Es sind vier unabhängige Entwicklungen, die gleichzeitig einen Schwellenwert überschritten haben.

Das Wichtigste

Keine dieser vier Entwicklungen dreht sich zurück

Wir sind nicht am Anfang eines Hypes. Wir sind am Anfang einer dauerhaften Verschiebung. Rechenleistung wird günstiger, Daten wachsen, Modelle verbessern sich, der Zugang wird breiter. Die Frage ist nicht ob – sondern wie schnell, in welche Richtung, und wer die Regeln schreibt.


Übung 01
Welche Epoche spürst du in deiner Arbeit?

Denk an deine letzte Woche bei Identitätsstiftung. Welche der vier Epochen – Regelbasiert, Machine Learning, Deep Learning, Generative KI – ist in deinen Werkzeugen und Prozessen am stärksten präsent? Und was fehlt noch?

Schreib 3–5 Sätze. Es gibt keine falsche Antwort – es geht um deine eigene Verortung.

Deine Antwort (mindestens 3 Sätze)

KI-Übung 02
Erkläre es einem Kunden

Stell dir vor, ein Kunde fragt dich beim nächsten Meeting: „Was ist eigentlich KI — und wie hat sich das entwickelt?"

Schreib deine Antwort in 2–3 Sätzen. Keine Fachbegriffe ohne Erklärung. Klar, direkt, überzeugend.

↓ Unsere KI liest deine Antwort und gibt dir echtes Feedback.

Deine Erklärung für den Kunden

Wissenscheck
Frage 1 von 3
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen regelbasierten KI-Systemen und Machine Learning?
Frage 2 von 3
Welcher der folgenden Faktoren hat den aktuellen KI-Boom NICHT ausgelöst?
Frage 3 von 3
Was macht Generative KI grundlegend anders als frühere Systeme?
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